Titelschutz im Selfpublishing

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Muss ich meinen Buchtitel schützen lassen?

Gibt es meinen Buchtitel bereits?

Der Titelschutz im Vorfeld

Anbieter für Titelschutz im Vorfeld

Was passiert, wenn ich einen bereits existierenden oder einen geschützten Buchtitel verwende?

Manche Selfpublisher haben ihn schon vor Augen, bevor sie sich an die Tastatur setzen. Andere grübeln noch, wenn das Manuskript schon für das Lektorat bereit ist. Die Rede ist vom Buchtitel.

Ganz gleich, ob du zu jener Fraktion gehörst, die den Buchtitel schon früh festlegt, oder ob dich die Muse erst kurz vor Veröffentlichung küsst – in jedem Fall soll der Buchtitel deines Selfpublishing-Werks einzigartig sein. Was Titelschutz konkret bedeutet, warum es wichtig ist, seinen Buchtitel schützen zu lassen und wie du herausfindest, ob es deinen Wunschtitel bereits gibt, erfährst du in diesem Artikel.

Muss ich meinen Buchtitel schützen lassen?

Die Antwort lautet eindeutig: ja und nein. Bist du bereits vor der Veröffentlichung im Selfpublishing Feuer und Flamme für deinen Buchtitel, solltest du ihn schützen lassen. Nur so kannst du dir sicher sein, dass ihn dir niemand wegschnappt. Hierfür gibt es den Titelschutz im Vorfeld.

Ist dein Buch bereits veröffentlicht, brauchst du dir um den Titelschutz jedoch keine Gedanken mehr zu machen. Dein Buchtitel ist nämlich mit der Veröffentlichung automatisch geschützt – ganz nach dem Motto: „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“.

Gibt es meinen Buchtitel bereits?

Bevor du dir Gedanken über den Titelschutz für deine Idee machst, solltest du prüfen, ob sie wirklich einzigartig ist.

Im Idealfall hast du bereits vor dem Schreibprozess eine Marktanalyse durchgeführt. Das ist besonders wichtig, wenn du einen Ratgeber, ein Sachbuch oder ein Fachbuch schreibst. Nichts ist ärgerlicher, als wenn du nach all deinen Schreibmühen entdeckst, dass es bereits unzählige ähnliche Titel zu deinem Thema gibt. Das bedeutet nicht, dass du zum Beispiel deinen Ratgeber für werdende Eltern nicht auf den Markt bringen darfst. Auch wenn das Angebot hier schon sehr groß ist, hast du vielleicht einen ganz einzigartigen Blick auf dieses spannende Thema. Somit könntest du eine Zielgruppe erreichen, die bislang nicht fündig geworden ist.

Solltest du während deiner Recherche noch nicht über den Titel gestolpert sein, den du für deinen Ratgeber, dein Sachbuch oder Fachbuch auserkoren hast, ist das ein gutes Zeichen. Leider ist das noch keine Garantie, dass deine Idee für den Buchtitel wirklich einzigartig ist. Daher solltest du deine Recherche hier noch nicht abbrechen. Viele Selfpublisher geben dazu ihren Wunschtitel bei Amazon ein und prüfen, ob es bereits ein Buch mit diesem Titel gibt. Ohne Zweifel führt der weltgrößte Onlineversandhandel eine enorme Menge an Buchtiteln.

Ich empfehle für eine umfassende Prüfung des Buchtitels eine Recherche bei der Deutschen Nationalbibliothek. Sie hat nämlich als Archivbibliothek den gesetzlichen Auftrag, jede Publikation von Autor*innen mit deutschem Wohnsitz in zweifacher Ausführung zu sammeln. Das bedeutet übrigens, dass auch du zwei Exemplare deines Buches ohne Aufforderung und unentgeltlich an die Deutsche Nationalbibliothek senden musst – auch wenn es im Selfpublishing erscheint. Sogar E-Books unterliegen seit 2006 dieser Ablieferungspflicht.

Diese umfassende Sammlung kannst du dir schon bei der Prüfung deines Buchtitels zunutze machen. Gib deinen Wunschtitel einfach in den Katalog der Deutschen Nationalbibliothek ein und erfahre, ob es bereits ein Buch mit diesem Titel gibt.

Ein Buchtitel wird zwar automatisch mit der Veröffentlichung geschützt. Es gibt aber auch die Möglichkeit des sogenannten „Titelschutzes im Vorfeld“, mit dem der Titel eines noch unveröffentlichten Werks geschützt wird. Daher solltest du auch in den Datenbanken zum Titelschutz im Vorfeld nach deinem Wunschtitel suchen.

Der Titelschutz im Vorfeld

Der Titelschutz ist im Selfpublishing recht unkompliziert und kostengünstig erledigt. Es gibt zahlreiche Anbieter, bei denen du eine Titelschutzanzeige veröffentlichen kannst. Diese Anzeige ist öffentlich einsehbar. Führt nun ein*e andere*r Autor*in oder ein Verlag eine Titelrecherche durch, wird dein Titel als geschützt angezeigt. Das reicht bereits aus, damit der Titel dir gehört und ihn dir niemand mehr wegnehmen kann.

Auch Verlage nutzen oft den Titelschutz im Vorfeld für ihre Vorschauen. Dadurch vermeiden sie, dass von der Ankündigung bis zur Veröffentlichung ein anderes Werk mit dem geplanten Titel erscheint. Aber auch als Selfpublisher kannst du den Titelschutz im Vorfeld nutzen, wenn du deine Idee sichern möchtest.

Der Titelschutz im Vorfeld gilt immer nur für 6 Monate. Wenn das Buch in dieser Zeit nicht veröffentlicht wurde, verfällt der Schutz wieder.

Anbieter für Titelschutz im Vorfeld

Eine der günstigsten Plattformen ist www.Buchmarkt.de. Dort fallen pro Anzeigenschaltung 27,50 Euro Grundgebühr an. Pro Titel zahlst du außerdem 2,50 Euro.

Titelschutzanzeiger und Börsenblatt sind weitere empfehlenswerte Anbieter für den Titelschutz im Vorfeld.

Was passiert, wenn ich einen bereits existierenden oder einen geschützten Buchtitel verwende?

Vielleicht liest du jetzt zum ersten Mal von dem Titelschutz, hast aber bereits ein oder mehrere Bücher im Selfpublishing veröffentlicht. Solltest du nun feststellen, dass dein Titel eigentlich schon belegt und damit geschützt war, könnte theoretisch eine kostenpflichtige Abmahnung auf dich zukommen.

In diesen Fällen plädiere ich immer für ein klärendes Gespräch, das im Idealfall proaktiv von dem rechtsverletzenden Part ausgeht. Nimm also am besten direkt selbst mit dem oder der Autor*in bzw. dem vertretenden Verlag Kontakt auf und biete ihnen eine einvernehmliche Lösung an – schließlich ist Angriff die beste Verteidigung.

Ein offenes Gespräch kann vielleicht sogar zu einer dauerhaften Koexistenz beider Titel führen oder dir wird eine Frist gewährt, in der du deine bereits produzierte Auflage abverkaufen kannst. Den Titel änderst du dann für die nächste Auflage.

Expertenbuch Lektorat, Text korrigieren lassen
mailto:info@korrekt-lektorat.de

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